dimanche 17 avril 2011

Godis (Süßigkeiten und Bonbons) in Schweden

Obwohl Kinder in Schweden in der Regel nur am Samstag und zu besonderen Anlässen Süßigkeiten bekommen und die schwedischen Gesundheitsämter intensiv über Probleme bei Dickleibigkeit aufklären und vor hohem Zuckerkonsum warnen, sind Schweden die Weltmeister im Konsum von Süßigkeiten. Jeder Schwede isst im Laufe eines Jahres knapp über 17 Kilogramm Süßigkeiten, ohne dass hier Nachspeisen, Schokolade oder Pralinen gerechnet werden.

Das Wort Godis kommt von „god“ und „gott“, also dem deutschen Wort „gut“ und wird in Schweden auch als Konfekt, Sötsaker, Snask oder Gottis bezeichnet, wobei das Wort Godis für diese Art von kleinen Süßigkeiten erstmals 1887 erwähnt wurde. Bis zu den 80er Jahren waren Godis noch hinter oder auf dem Ladentisch und man musste sie beim Verkäufer verlangen.

Seit 1985 entstanden dann jedoch die Plockgodis, also die Ansammlung zahlreicher Behälter, aus denen man sich, mit Hilfe einer kleinen Schaufel, selbst seine Godistüte mischen kann. Einige Läden bieten mittlerweile 400 bis 500 verschiedene Sorten an Süßigkeiten an, und machen ihren Hauptumsatz an Samstagen, zu Ostern und zu Weihnachten.

Wer Schweden kennt, kennt Godis. Jemand, der das Land erstmals besucht, wird mit Sicherheit über Godisläden stoßen und über die Größe des Angebots erstaunt sein. Was aber sind diese berühmten Godis, die man in diesem Stil nur in Finnland, Norwegen und Schweden findet?

Godes können Gummibärchen, Karamellen, Lakritze, Schokoladepralinen, Nougatwürfel und jede andere Art von kleinen Süßigkeiten sein, die bei weitem nicht alle süß sind, denn es gibt auch „gesalzene Fische“ oder saure Drops. Die Auswahl scheint unendlich und jeder, der keine Erfahrung im Godis-Kauf hat, wird nach einer Sammelaktion statt den durchschnittlichen 350 Gramm eines Gewohnheitskäufers rund 600 bis 700 Gramm in seiner Tüte haben, einem Produkt, das keinerlei Nährwert hat und am Abend beim Fernsehen restlos verschwindet.

Copyright: Herbert Kårlin

samedi 16 avril 2011

Berufsausbildung in Schweden

Die schwedische Berufsausbildung erfolgt im Normalfall nicht in einem privaten Unternehmen, sondern in einer Schule. Alle üblichen Lehrberufe werdeAusbildungsniveau bieten. Die Ausbildung wird teilweise von Praktiken in angeschlossenen Unternehmen begleitet, kann aber auch in Schulwerkstätten statt finden.

Die Wahl der Schule während der Gymnasialstufe ist daher in Schweden extrem wichtig, da manche Schulen nur mit einem Berufsabschluss enden, andere parallel die Hochschulreife bieten und ein Wechsel der Schule in der Oberstufe daher meist unmöglich ist. Bei spezialisierten Ausbildungen gibt es oft auch nur sehr wenige Schulen in Schweden, die bei Schülern eine Internatunterbringung fordern, falls man nicht zufällig im entsprechenden Ort wohnt.

Diese Art der Berufsausbildung in Schweden bildet für Kinder von Einwanderer teilweise erhebliche Probleme, da eine angefangene Lehrlingsausbildung in Schweden nicht fortgesetzt werden kann und ein später Einstieg in ein Berufsgymnasium keinerlei deutschem Niveau entspricht und den Schüler vor unüberwindliche Probleme stellen kann.

Es sind natürlich nicht nur Gymnasien, die zu einer Berufsausbildung helfen, sondern es gibt auch die KY (Kvalificerad Yrkesutbildning), die Folkhögskola, die Yrkeshögskola und Yrkesvux, die je nach Schulart seine Vor und Nachteile haben, aber immer dem Gymnasialniveau entsprechen. Und selbst unter den Gymnasien gibt es sehr große Unterschiede, da in Schweden ein Großteil der Gymnasien Privatschulen sind.

Auch eine in Deutschland abgeschlossene Ausbildung, selbst wenn sie in Schweden anerkannt ist, bedeutet nicht unbedingt, dass man in Schweden der neuen Aufgabe gewachsen ist, da die Ausbildungspläne bei sehr vielen Berufen nicht dem deutschen Ausbildungsplan entsprechen. Ein schwedischer Koch muss, zum Beispiel, auch eine Torte backen können und ein Automechaniker muss lackieren können und an der Karosserie arbeiten. Selbst ein deutscher Maurer ist noch lange kein schwedischer Maurer, obwohl beide in ihrem Herkunftsland gleich gut und gleich qualifiziert sind.

Andere Berufe, die in Deutschland über eine Lehre laufen, erfordern in Schweden einen Abschluss an einer Hochschule, was bedeutet, dass die entsprechende deutsche Berufsausbildung nur umgeschrieben wird, wenn man auch die Hochschulreife nachweisen kann.

Bei der Arbeitssuche kann man zwar oft mit Erfahrung punkten und auch eine Stelle finden, aber falls die Ausbildung nicht anerkannt ist, so wird man nicht mit dem gleichen Verdienst rechnen können wie eine in Schweden ausgebildete Kraft.

Bevor man sich daher auf den Weg nach Schweden macht, muss man sich sehr genau über die Ausbildung im Wunschberuf oder die Anerkennung seines Berufes informieren, damit Enttäuschungen vermieden werden.

Copyright: Herbert Kårlin

vendredi 15 avril 2011

Die Personennummer (Personnummer) in Schweden

Jede Person, die in Schweden seinen Hauptwohnsitz hat, besitzt und benötigt eine sogenannte Personennummer (Personnummer), die das schwedische Skatteverket (Finanzamt) vergibt. Jeder, der sich mindestens 181 im Jahr in Schweden aufhält, ist daher verpflichtet sich beim Skatteverket so schnell wie möglich nach der Ankunft in Schweden anzumelden.

Die Personennummer wird auf Lebenszeit vergeben und kann daher grundsätzlich einer bestimmten Person zugeordnet werden und bleibt auch beim Umzug ins Ausland erhalten. Diese Nummer wird bei allen offiziellen Anträgen in Schweden gefordert. Diese Nummer wird daher sowohl bei der Eröffnung eines Bankkontos gefordert als auch beim Abonnement eines Handys und selbst bei den meisten Käufen auf Rechnung.

Wer sich länger in Schweden aufhalten will, sollte auch bedenken, dass Kindergeld oder andere Beiträge nur mit Personennummer ausbezahlt werden und man ohne diese Nummer nicht als in Schweden wohnhaft betrachtet wird, also Probleme bei jedem Arztbesuch und jedem kleinsten anderen Problem bekommt um das sich die Botschaft des Heimatlandes sehr wenig kümmert.

Die Personennummer wurde im Jahre 1947 in Schweden eingeführt und besteht aus zehn Ziffern. Die ersten sechs Ziffern geben das Geburtsdatum an, wobei zuerst das Geburtsjahr, dann der Geburtsmonat und schließlich der Geburtstag kommt (JJMMTT). Vor die folgenden letzten vier Ziffern kommt ein Bindestrich, gefolgt von einer dreiziffrigen laufenden Nummer, die durch eine Kontrollziffer ergänzt wird. Die dritte Ziffer hängt vom Geschlecht ab, wobei Frauen eine gerade Ziffer und Männer ein ungerade erhalten.

Ausländer, die in Schweden eine Konto benötigen, ein Haus kaufen wollen oder einer beruflichen, vorübergehenden Tätigkeit nachgehen wollen, können an Stelle der Personnummer eine sogenannte Samordningsnummer beantragen, die einer Personnummer ähnelt, aber dennoch nicht die gleiche Funktion hat. Auch für die Vergabe der Samordningsnummer ist das Skatteverket der betreffenden Region zuständig. Der Unterschied zwischen einer Personnummer und einer Samordningsnummer liegt in den letzten beiden Ziffern der ersten Serie, da zum Geburtstag die Zahl 60 hinzugerechnet wird.

Copyright: Herbert Kårlin

jeudi 14 avril 2011

Runen in der schwedischen Geschichte

Wenn man an Schweden und Runen denkt, so denkt man meist gleichzeitig an die Wikinger, da die meisten bekannteren Runensteine Schwedens, vor allem jene am Mälaren, aus der späten Epoche der Wikinger stammen und durch die relativ klaren Inschriften am besten zu entziffern waren. Runen wurde jedoch lange vor den Wikingern angewendet, auch wenn man hinsichtlich der älteren Runen bis heute nicht alle Texte interpretieren konnte und mehr Rätsel aufwerfen als Lösungen bieten.

Wenn man von der nordischen Mythologie absieht, wo Runen eine mehrschichtige Bedeutung hatten, handelt es sich dabei um Schriftzeichen, deren Ursprung von Wissenschaftlern bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte, so dass jede Theorie seine Berechtigung hat, unabhängig, ob man in Asien oder Griechenland oder einer anderen Gegend nach dem Ursprung sucht.

Die ältesten Runenfunde in Schweden gehen etwa auf das Jahr 100 nach Christus zurück, wobei in jener Zeit Runenzeichen vermutlich mehr auf Holz als auf Stein benutzt wurden. Welche Bedeutung die Anordnung der Zeichen damals hatte, ist ungewiss, aber vieles deutet darauf hin, dass jedes Zeichen eine magische Bedeutung hatte und die Kenntnisse über die ersten Zeichen nur mündlich weitergegeben wurden.

Die Runenzeichen haben während ihrer Geschichte mehrere Verwandlungen durchgemacht. So wurden die ursprünglichen 24 Zeichen, die sich vor allem auch in Deutschland und Dänemark durchsetzten, in Schweden durch ein Runen-Alphabet mit 16 Zeichen ersetzt. Im angelsächsischen Raum gab es erst 28 und später sogar 33 Zeichen. Die Runensteine aus der späten Winkingerepoche hatten nur 16 Zeichen und waren daher auch am leichtesten zu lesen.

Auch wenn die bekanntesten Runen in Schweden in Stein geschlagen wurden, so kann man in Museen auch Runen auf Kupfer, Blech, Bronze, Knochen oder Blei finden. Nur die vielleicht interessantesten Texte auf Holz bleiben uns verborgen. Dass die Runen für eine Gravur auf Holz bestimmt waren, gilt als relativ sicher, da keiner der Buchstaben horizontale Linien besitzt, die wegen der Maserung des Holzes nicht zu „schreiben“ wären.

Die meisten Funde mit Runenzeichen in Schweden entstanden zwischen 300 und 1130, wobei Runen in etwas entlegenen Gegenden Schwedens, so im Älvdalen in Dalarna, bis ins 19. Jahrhundert als normale Schriftzeichen verwendet wurden und daher nur von kulturellem, nicht aber wissenschaftlichen Interesse sind, zumal die in Dalarna verwendeten Zeichen eine eigene Variante sind.

Auch zwischen sogenannten germanischen Runen, die von Stämmen in Deutschland oder Dänemark verwendet wurden, und skandinavischen Runen der gleichen Anzahl an Zeichen sind einige bedeutende Unterschiede zu finden, was die allgemeine Deutung der Inschriften erschwert und keine Aussage darüber zulässt welchen Weg diese Zeichen genommen haben.

Auch in Amerika wurden Runensteine gefunden, die lange als Beweis dienten, dass die Wikinger diese Stellen besucht hätten. Mittlerweile sind jedoch bedeutende Zweifel aufgekommen, ob die Inschriften auf den Steinen in Amerika während der Wikingerepoche entstanden. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass schwedische Auswanderer aus Dalarna die Inschriften anbrachten und sich die Forscher täuschen ließen.

Copyright: Herbert Kårlin

mercredi 13 avril 2011

Smörgåsbord und modernes Schweden

Wenn man von Schweden spricht, so denken viele auch den den berühmten Smörgåsbordet der 70er und 80er Jahre, als man überall in Schweden die Aufbauten fand, die einem Buffet ähneln und die in der ganzen Welt als Smörgåsbord eingingen, obwohl sie eigentlich nur die letzte Fortentwicklung einer alten Tradition waren, die ihre Wurzeln im 16. Jahrhundert hatten.

Im modernen Schweden sind die sogenannten Smörgåsbord, was übersetzt soviel wie „Butterbrotbuffet“ bedeutet und schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts nichts mehr mit Butterbroten zu tun hat, eine Seltenheit geworden. Oft findet man sie nur noch während der Sommersaison als Anziehungspunkt für Touristen und nur noch sehr wenige Restaurants in Schweden bieten einen Smörgåsbord auch das ganze Jahr über an.

Zu Beginn, also im 16. Jahrhundert, sprach man in Schweden jedoch noch nicht von einem Smörgåsbord, sondern dem Brännvinbord (Schnapsbuffets), der in den bürgerlichen Kreisen des Landes sehr beliebt war. Es handelte sich dabei um eine fünfteilige Vorspeise, die aus Butterbrot, Käse, Fisch, Wurst und Schnaps bestand. Dieser Vorläufer des Smörgåsbord setzte sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts fort.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese Vorspeise dann verfeinert mit Omelette, Sülze, Majonäse, Janssons Frestelse und eingelegtem Fisch und der Name Smörgåsbord tauchte das erste Mal auf. Allerdings unterschied man damals den Smörgåsbord, den man das ganze Jahr über essen konnte von jenem, der zu Weihnachten gegessen wurde. Zu Weihnachten wurden Omelette und Janssons Frestelse durch Schinken und Leberpastete ausgetauscht.

Erst im 20. Jahrhundert wurde dann aus der Vorspeise Smörgåsbord eine vollständige Mahlzeit und der Weihnachtstisch (Julbordet) trennte sich vollständig vom Smörgåsbordet. In dieser Zeit kamen zum Smörgåsbordet auch erste warme Gerichte und das Butterbrot wurde eher zu einer kleinen Beilage, das längst nicht mehr auf allen angebotenen Buffets zu finden war.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Smörgåsbordet in Schweden als eine Art "Schnellrestaurantessen" gesehen und vor allem in Restaurants an Bahnhöfen angeboten. Auch während der Olympiade 1912 in Stockholm galt der Smörgåsbordet noch als eine Möglichkeit einfaches Essen zu genießen, das ein Hauptgericht ersetzen konnte, obwohl im Grunde nur Vorspeisen angeboten wurden. Der Durchbruch gelang dem Smörgåsbord dann endgültig bei der Weltausstellung 1939 in New York, als im schwedischen Pavillon ein rotierender Smörgåsbord aufgebaut wurde. Diese Art eines Restaurants war eine absolute Neuerung auf der ganzen Welt und wurde weltweit in der Presse gefeiert.

Erst ab den 70er Jahren entstand dann jedoch der Smörgåsbordet, den man noch heute mit Schweden verbindet, auch wenn es sich dabei bei weitem nicht mehr um einen Smörgåsbord handelte, sondern findige Restaurantbesitzer, vor allem Tore Fredrik Wretman, hatten den Begriff gekapert. Aus dem Smörgåsbordet war nun vielmehr die Methode des modernen Buffets entstanden bei dem das Restaurant auf Bedienung verzichten konnte und jeder, in Form einer Selbstbedienung, soviel essen konnte wie er wollte. Die Auswahl an Gerichten war nahezu unbegrenzt und zu den ursprünglichen Vorspeisen waren zusätzlich Hauptgerichte und selbst Nachspeisen gekommen. Nur alkoholische Getränke musste man meist zusätzlich bezahlen. Um einen wirklich ausgezeichneten Smörgåsbordet zu essen, musste man zu Beginn alllerdings auch eines der teureren Restaurants Schwedens besuchen.

Copyright: Herbert Kårlin

mardi 12 avril 2011

Ein Ferienhaus oder eine Stuga in Schweden

Schweden wird nicht umsonst immer wieder mit den roten Stugor oder Ferienhäusern in Verbindung gebracht, denn tatsächlich haben rund 46 Prozent der Schweden die Möglichkeit vier bis sechs Wochen Urlaub in einer Stuga oder einem Ferienhaus zu verbringen. Im Land mit etwas über neun Millionen Einwohnern findet man nahezu 700.000 steuerpflichtige Stugor und Ferienhäuser und noch einmal etwa 200.000, die wegen ihrem geringen Wert nicht mehr offiziell registriert werden.

Der Preis für eine Stuga oder ein Ferienhaus variiert je nach Gegend, Ausstattung und Nachfrage. Während die einfachsten Stugor bisweilen für unter 100.000 Kronen erworben werden können, bezahlt man für ein luxuriöses Ferienhaus auch problemlos über 20 Millionen Kronen. Für eine durchschnittliche Stuga oder ein kleineres Ferienhäuschen, das keine zu hohen Grundreparaturen fordert, muss man mit einem Preis zwischen 700.000 und einer Million Kronen rechnen, wobei die Preise jedoch jedes Jahr steigen.

Beim Kauf einer sehr preisgünstigen Stuga zeigen sich die Probleme meist beim ersten Ferienaufenthalt, denn oft hat der Feuchtigkeitsschimmel bereits die Substanz angegriffen, die Fenster wurden kaum instand gehalten und die letzte Außenfarbe wurde angebracht, als man die Stuga oder das Ferienhaus verkaufen wollte. In diesem Fall steigen die Kosten für die nötigste Renovierung und den Unterhalt sehr schnell auf eine Größenordnung, die das Projekt völlig uninteressant macht. Und verkauft werden die Gebäude natürlich im Sommer, wenn Fehler am besten zu verstecken sind.

Sehr viele Stugor liegen auch nicht einsam und verlassen in der Natur, sondern in sogenannten Koloniområde, wo die Gemeinschaft bestimmte Forderungen stellt, regelmäßige Kosten aufkommen und das Trinkwasser nur im Sommer zur Verfügung steht. Für einen Schweden sind diese Dinge eine Selbstverständlichkeit, aber für ausländische Käufer kann sich dies zu einem gewissen Problem entwickeln, wenn im November keine Toilette und keine Dusche mehr funktionieren.

Viele der inländischen und der ausländischen Käufer einer Stuga oder einer Ferienwohnung sehen beim Kauf auch nur die Idylle, aber nicht die regelmäßigen Kosten - oder sie vergessen, dass eine Stuga oder ein Ferienhaus auch ständig unterhalten und jedes Jahr bewohnt sein muss, wenn es nicht dem Untergang geweiht sein soll.

Was kosten nun aber die Ferien oder der Urlaub in einer Stuga oder einem Ferienhaus jedes Jahr? Wenn man von der Investition absieht und keine Renovierungsarbeiten nötig sind, so muss man bei vier Wochen Urlaub im Jahr in jeder Woche mit rund 10.000 Kronen rechnen, ohne jedoch wirklich einen luxuriösen Urlaub verbringen zu können, jedoch mit Strom, Toilette und Dusche. Das Statussymbol vieler Schweden ist daher weitaus teurer als die Miete einer etwas besseren Stuga bei der man sich nicht um den ständigen Unterhalt kümmern will. Eine Stuga oder ein Ferienhaus ist daher auch für Schweden ein Traum und bedeutet nicht, dass man einen günstigen Urlaub in seinen roten vier Wänden verbringen will.

Auch die Idee eine Stuga oder ein Ferienhaus, außerhalb seiner Urlaubszeit, zu vermieten kann sich als schlechte Idee erweisen, denn sobald die Mieteinnahmen 22.500 Kronen im Jahr übersteigen, werden auf die weiteren Einnahmen 30 Prozent Abgaben fällig. Abgesehen davon, dass man jemanden in der Nähe der Stuga oder des Ferienhauses bezahlen muss, der für Reinigung, Schlüsselübergabe und andere Kleinigkeiten sorgen muss und dafür bezahlt werden will. Die Reparaturen bei Vermietungen sind in der Regel auch doppelt so hoch wie bei Eigennutzung.

Copyright: Herbert Kårlin

lundi 11 avril 2011

Vitamin-D Mangel in Schweden

Vitamin-D spielt eine bedeutende Rolle für den Calcium-Spiegel im Blut eines Menschen und ist maßgeblich am Knochenaufbau beteiligt. Ein Mangel an Vitamin-D kann daher die Ursache von sehr vielen Krankheiten sein oder die Entwicklung dieser Krankheiten beschleunigen. Die verschiedensten Knochenkrankheiten, einige Krebsarten, höheres Infektionsrisiko und eine frühere Sterblichkeit sind nur einige unter ihnen.

In den meisten Ländern ist die Sonne in der Lage dem Körper das notwendige Vitamin-D das ganze Jahr über zuzuführen. Dies ist jedoch in Schweden nicht der Fall, da die lange Dunkelheit im Winter nur eine kurze Bestrahlung liefern kann und daher in dieser Zeit Vitamin-D dem Körper auf eine andere Weise zugeführt werden muss.

Das traditionelle schwedische Essen, wo vor allem im Winter viel fetter Fisch auf den Tisch kommt und wo man viel Käse, Sahne und Butter isst, kann einen Teil dieses Mangels auch im Winter und im Frühling, wenn der Körper noch von Vitamin-D-Reserven zehren muss, ausgleichen. Der restliche Bedarf wird in verschiedenen Lebensmittel künstlich zugeführt, damit das Risiko eines Vitamin-D Mangels so gering wie möglich ist.

Und dennoch stellen Ärzte in den letzten Jahren, vor allem bei Kindern, immer häufiger Vitamin-D Mängel fest, da sich die Essensgewohnheiten immer mehr von der traditionellen schwedischen Küche abwenden und Pizza, Hamburger oder Tacos sehr arm an Vitamin-D sind. Das Schulessen kann diese Fehler der elterlichen Ernährung nur zu einem kleinen Teil ausgleichen.

Besonders bedeutend ist der Vitamin-D Mangel jedoch bei dunkelhäutigen Personen, die weitaus mehr Vitamin-D benötigen als hellhäutige. Bei Einwandererkindern aus südlichen Ländern wird bereits bei 40 Prozent ein akuter Vitamin-D Mangel festgestellt, der oft noch dadurch vergrößert wird, wenn Einwanderer sich nicht an die schwedische Ernährungsweise anpassen, sondern, wie in den südlichen Ländern üblich, vor allem nach Getreide und Gemüse beim Kochen greifen.

Kinder unter 2 Jahren benötigen 400 IE und Kinder unter 10 Jahren benötigen 200 IE Vitamin-D am Tag, Erwachsene zwischen 200 und 400 IE (1 µg D-vitamin = 40 IE). In Schweden bietet die Sonne diese Menge nur etwa von Mai bis September. Von November bis März ist diese Menge in Schweden weit unterschritten und muss mit entsprechender Ernährung ausgeglichen werden.

Copyright: Herbert Kårlin