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mardi 3 mai 2011

Kreuzfahrten nach Schweden

Kreuzfahrten nach Schweden oder Kreuzfahrten, die zumindest in Schweden eine Zwischenstation einlegen, weisen seit Jahren eine steigende Tendenz auf und werden auf Touristikmessen der ganzen Welt beworben. Grund ist natürlich weniger Schweden bekannt zu machen, sondern die hohen Anlegegebühren der Häfen und der hohe Umsatz, den Kreuzfahrttouristen in nur wenigen Stunden einer Stadt bieten.

Nahezu eine Millionen Touristen werden im Jahr 2011 von Kreuzfahrtschiffen zu einer der schwedischen Städte gebracht, wo jeder von ihnen im Durchschnitt in wenigen Stunden 1000 Kronen ausgibt. Insgesamt entspricht das also einer Milliarde Kronen an Umsatz, außer den Anlegegebühren, die pro Schiff bei rund 50.000 Kronen am Tag liegen und zusätzlichen Abgaben von über 20 Kronen pro Person und Tag, was zusätzlichen 40 Millionen Kronen entspricht.

Stockholm kämpft zusätzlich darum eine Stadt für „turnarounds“ zu werden, was bedeutet, dass eine Kreuzfahrt dort beginnt oder endet, da jeder zusätzliche Tag, den ein Besucher in Stockholm verbringt, um auf das Kreuzfahrtschiff oder die Flugverbindung zu warten, auch zusätzliche Einnahmen bringt.

Aber rund 450 Kreuzfahrtschiffe, die jedes Jahr einen schwedischen Hafen anlaufen, bedeuten nicht nur einen Aufschwung der Wirtschaft, sondern auch ein Umweltrisiko, das die Städte gerne verschweigen und vor allem in der Ostsee ein bedeutendes Umweltproblem ausmacht.

Nach geltendem Recht ist es nämlich zulässig, und am billigsten, alle Abwässer direkt ins Meer abzulassen, was bei einer Millionen Passagieren und zusätzlich der Hälfte an Personal der Schiffe eine beträchtliche Menge an Abwasser und Abfall ausmacht, das die Gewässer vor Schweden kaum noch verkraften. Die teilweise bereits ökologisch tote Ostsee ist ein deutliches Beispiel einer permanenten Überdüngung zu der auch die steigende Anzahl an Kreuzfahrtschiffen erheblich beiträgt. Von den Giften, die ein einziges Kreuzfahrtschiff auf der Reise entlang der schwedischen Küste in die Luft bläst, muss man dabei kaum noch reden.

Natürlich bieten heute die wichtigsten Häfen, die von Kreuzfahrtschiffen angelaufen werden, eine Leerung der Abwässer in das Kanalsystem der Stadt an und holen, auf Wunsch der Kapitäne, den anfallenden Müll ab, was jedoch mehr einen guten Willen zeigt als ein wirklich positives Ergebnis, da es keinerlei Gesetze darüber gibt, dass Abwasser und Abfall nicht direkt ins Meer gelangen darf.

Die beliebtesten Häfen Schwedens für Kreuzfahrtschiffe sind Stockholm mit 280 Fahrzeugen, Visby mit 70 Schiffen und Göteborg mit 51. Aber auch andere Häfen wie Malmö, Helsingborg oder Nynäshamn beginnen sich mehr und mehr für Kreuzfahrtschiffe zu interessieren, da kein anderer Tourist in so kurzer Zeit soviel Geld in der Stadt lässt wie ein Kreuzfahrttourist.

Copyright: Herbert Kårlin

lundi 21 mars 2011

Eine Wohnung in Schweden kaufen

Wer in Schweden in der Stadt wohnen will, jedoch weder eines der seltenen Häuser kaufen noch in Miete wohnen will, hat in der Regel nur die Möglichkeit sich eine Wohnung mit Bostadsrätt zu nehmen, einem System, das in Schweden seit dem 19. Jahrhundert existiert und eine Art Mischung zwischen Eigentumswohnung und Mietwohnung ist. Die Rechte des „Besitzers“ gleichen einem Eigentumsrecht, die Zahlungen erfolgen nach einem Mischsystem.

Bostadsrätt bedeutet Baugenossenschaftswohnung und hatte seinen Ursprung darin, dass sich eine Baugemeinschaft zusammen fand um gemeinsam ein Gebäude oder eine Häuserzeile zu errichten und nach gemeinsamen Regeln und geteilten Kosten zu verwalten. Heute werden diese Baugenossenschaften überwiegend bereits von den Baugesellschaften gegründet, die dann den Anteils-Käufern die Regeln und Kosten gewissermaßen diktieren.

Häufig kommt es vor, dass die Baugesellschaften auch Mietwohnungen (Lägenhetsrätt) in Baugenossenschaftswohnungen (Bostadsrätt) umwandeln und dann den Mietern den Erwerb von Anteilen anbieten. Diese Methode und die Förderung des Bostadsrätt durch die aktuelle Regierung ist einer der Gründe, warum Mietwohnungen in den großen Städten Schwedens immer geringer werden.

Bostadsrätt bedeutet, mit anderen Worten, dass der Käufer nicht seine Wohnung kauft, sondern einen Anteil an der Baugenossenschaft, der es ihm ermöglicht die Wohnung unbegrenzt zu nutzen und auch seinen Anteil (mit Wohnrecht) zu verkaufen. Andererseits bedeutet Bostadsrätt auch, dass jeder Anteils-Eigner jeden Monat einen Abschlag auf laufende Kosten tragen muss, die für Zinsen, Renovierungen, Gartenarbeiten usw. aufkommen.

Die Kosten für die Anteile und die monatlichen Zahlungen hängen von der Umgebung, dem Komfort und den unterschiedlichsten Leistungen ab und können daher selbst im gleichen Stadtteil erheblich variieren.

In Stockholm muss man damit rechnen, dass man bei einem durchschnittlichen Bostadsrätt für den Quadratmeter Wohnfläche zwischen 20.000 und 45.000 Kronen bezahlen muss, zuzüglich monatlichen Abgaben zwischen 2500 und 6500 Kronen. In Göteborg liegen die Preise etwa 15 Prozent unter denen von Stockholm und in Mälmö ist ein Bostadsrätt weitere zehn Prozent günstiger. In besonderer Lage und mit Bootsplatz können sich diese Preise allerdings auch verdoppeln.

Das Bostadsrätt verfügt in Schweden über das sogenannte Bostadsrättslag, das die Rechte und Pflichten einer Baugenossenschaft regelt. Wer ein Bostadsrätt erwirbt, muss in jedem Fall drei wichtige Punkte beachten: Der Käufer muss Mitglied in der Baugenossenschaft (Bostadsföreningen) werden, der Kaufvertrag muss schriftlich ausgefertigt werden und der Käufer muss selbst nach eventuellen Mängeln der Wohnung suchen, da der Verkäufer für Schäden, z.B. in Bad und Küche, nicht verantwortlich gemacht werden kann und diese Kosten zu Lasten des Käufers gehen.

Die monatlichen Kosten beim Bostadsrätt beziehen sich nur auf den Gesamtzustand des Gebäudes und der umgebenden Anlagen und schließen keinerlei Kosten innerhalb der Wohnung ein, ebenso wenig Wärme, Strom und Wasser. Beim Kauf eines Bostadsrätt muss man daher die Gesamtkosten überschlagen und die Konditionen des Vertrags sehr genau studieren.

Copyright: Herbert Kårlin