jeudi 7 avril 2011

Über die Öresundbrücke (Öresundsbro) nach Schweden

Die Öresundbrücke oder Öresundsbro, wie sie im Schwedischen heißt, ist die schnellste Verbindung zwischen Dänemark und Schweden. Die 15,9 Kilometer lange Verbindung zwischen Kopenhagen und Malmö wurde am 1. Juli des Jahres 2000 geöffnet, wobei die Brücke selbst 7845 Meter lang ist und eine freie Segelhöhe von 57 Meter aufweist, was auch den größten Schiffen noch die Passage erlaubt. Täglich fahren über 20.000 Autos über die Öresundbrücke und weitere 30.000 Personen benutzen in dieser Zeit die Eisenbahn um von einem Land zum anderen zu kommen.

Die Öresundbrücke ist das ganze Jahr über zu benutzen, vorausgesetzt, dass sie nicht wegen sehr starken Stürmen geschlossen werden muss, was hin und wieder der Fall ist. Allerdings ist die Passage nicht kostenlos, sondern kostet etwa die gleiche Summe wie die Fähren zwischen Helsingör und Helsingborg.

Natürlich kann man bei jeder Fahrt an den Kassen, die sich auf schwedischer Seite befinden, ein Einzelticket lösen, was bedeutet, dass man pro Passage für ein Auto bis zu einer Länge von sechs Metern 360 Kronen bezahlt, für ein Motorrad 190 Kronen, für Kleinbusse oder Fahrzeuge mit Anhänger oder Wohnwagen 720 Kronen und für Reisebusse 1750 Kronen.

Wer im Laufe des Jahres viermal oder öfter über die Öresundbrücke fahren will, sollte jedoch auf die Einzelfahrscheine verzichten und sich einen sogenannten Bropass kaufen, der 300 Kronen für das Kalenderjahr kostet, aber jede Passage um mindestens 50 Prozent verbilligt. An Wochenenden bezahlt man mit dem Bropass für normale Fahrzeuge bis sechs Meter Länge sogar nur noch 139 Kronen statt der sonst üblichen 360 Kronen. Dieser Bropass muss allerdings rechtzeitig über Internet bestellt werden und kann nicht an der Grenze erworben werden. Allerdings kann der Bropass auch noch innerhalb von 30 Tagen nach einer Überfahrt bestellt werden. In diesem Fall wird die Differenz der Preise zurückbezahlt.

Wer sich nicht vertraglich binden will, kann natürlich auch eine Zehnerkarte kaufen, die jedoch, wenn man sparen will, innerhalb eines Jahres vollständig benutzt sein muss und im Voraus zu bezahlen ist. Die Zehner-Karte über die Öresundsbro (Öresundbrücke) kostet für Autos bis zu einer Länge von sechs Metern 2640 Kronen und für Motorräder 1460 Kronen. Der Vorteil dieser Zehnerkarte ist, wie schon beim Bropass, dass man die blauen Spuren an den Zahlstellen nehmen kann, wo man über Automaten bezahlen kann, was im Sommer die Wartezeit verkürzt.

Unmittelbar nach den Bezahlstellen der Öresundbrücke macht der schwedische Zoll häufig Stichproben. Man sollte sich daher bei jeder Einreise an die schwedischen Zollbestimmungen halten. Und selbst wenn die zulässige Menge an Alkohol vielleicht nicht erreicht ist, so achtet der Zoll auch auf eine eventuelle Überladung eines Fahrzeugs. Ist ein Fahrzeug, Wohnmobil, Anhänger oder Wohnwagen zu schwer, so muss das Übergewicht vor der Weiterfahrt kostenpflichtig beim Zoll gelagert werden.

Wer mit einem Haustier in Schweden einreist, sollte direkt die Spur für zollpflichtige Güter nehmen und nicht riskieren eventuell nach zehn Kilometern von einem Zollfahrzeug angehalten zu werden. Alle Haustiere müssen ordnungsgemäß und den entsprechenden Papieren am Zoll gemeldet werden, wenn man sehr große Probleme vermeiden will.

Auch wenn Schweden zu den europäischen Ländern gehört in die private Güter kostenlos eingeführt werden dürfen, so gelten dennoch einige Ausnahmen. Wer daher Waffen, gefährliche Güter (z.B. Harpunen), Medikamente, Lebensmittel oder Tabak nach Schweden mitnehmen will, sollte sich vorher über die Zollbestimmungen informieren, da für diese Gegenstände besondere Bestimmungen und/oder Grenzen gelten. Dies gilt jedoch nicht nur für die Einfuhr, sondern auch für die Ausfuhr. Vor allem Sportfischer sollten sich über Höchstgrenzen bei Fisch informieren.

Copyright: Herbert Kårlin

mercredi 6 avril 2011

Die Ostsee in Gefahr: Dioxin, Kupferfarbe und Wracks

Die Ostsee gehört seit langem zu einem der gefährdetsten Binnengewässer unserer Erde, wobei sie bereits zu einem Fünftel als tot gilt. Ohne bedeutende Schutzmaßnahmen sterben jedes Jahr weitere Teile der Ostsee, was eines Tages dazu führen kann, dass sie sich nicht mehr regenerieren kann. Die Probleme sind sehr vielseitig und beginnen damit, dass Eigner von Freizeitbooten ihre Toiletten auf See entleeren und führen zu industriellen Ablagerungen von Schwermetallen früherer Unternehmen, die nie saniert wurden.

Drei der meist diskutierten Probleme der Ostsee sind jedoch der hohe Dioxingehalt, die verbotene Anwendung von kupferhaltiger Farbe bei Freizeitbooten und Wracks mit gefährlicher Last, die seit vielen Jahren auf dem Grund der Ostsee schlummern.

Obwohl Dioxin zu den gefährlichsten Giften unserer Zeit gehören, erhielt Schweden, gemeinsam mit Finnland, eine Ausnahmegenehmigung hinsichtlich der Dioxinwerte bei Ostseefisch. In Schweden darf dieser Fisch frei verkauft werden, obwohl das Gesundheitsamt Kindern und Schwangeren abrät, Ostseefisch öfter als zwei- bis dreimal im Jahr zu essen. Europa verbot lediglich den Export von schwedischem Ostseefisch, der über den europäischen Grenzwerten liegt, was jedoch nur dazu führte, dass kontaminierter Fisch mit nicht kontaminiertem Fisch vermischt wird bis die Werte stimmen und dann als Tierfutter verkauft wird.

Auf dem Grund der Ostsee findet man bis zu 100.000 Wracks aus allen Epochen, was den Forschern, falls sie an die Schiffe herankommen, eine besondere Freude bereitet, da Wracks in der Ostsee unbeschadet bleiben, da der Grund überwiegend aus Sand besteht und die Wasser-Holzwürmer, die sonst alte Schiffe zerstören, in der Ostsee nicht vorhanden sind.

Unter diesen Wracks befinden sich jedoch auch 31 Schiffe, die entweder hohe Mengen an Treibstoff oder aber giftige Stoffe gelagert haben. So befinden sich, zum Beispiel, auf der Mundogas, die 1966 vor Gräsö sank, rund 2000 Tonnen schwimmender Ammoniak. Diese Beurteilung der Gefährlichkeit bis zu 50 Millionen Kronen kosten kann, geschieht bisher nichts.

Ein weiteres Problem für die Ostsee verursachen die hunderttausende von Freizeitbooten, die zum Teil noch heute Farbe auf Kupferbasis für den Schutz des Rumpfes verwenden, obwohl dies in der Ostsee seit Jahren verboten ist. Jedes Jahr geraten noch 10.000 Kilogramm Kupfer durch Bootsfarbe ins Wasser. Hinzu kommen noch Zink, etwa 30 Tonnen Schwermetalle und andere Giftstoffe.

Einen ausführlichen Artikel über die Gefahren der Bootsfarben findet man in der Zeitschrift HavsUtsikt 2/2010
Eine Dokumentation über die Lage der Ostsee bietet der Rapport Havet 2010

Copyright: Herbert Kårlin

mardi 5 avril 2011

Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie

Am 5. April 1786 eröffnete der schwedische König Gustaf III mit einer Lobesrede auf die schwedische Sprache die Svenska Akademien, die er im Sinne der Französischen Akademie schuf, um der schwedischen Sprache „Reinheit, Stärke und Größe“ zu verleihen. Der bei einem Attentat auf einem Maskenball getötete König setzte die ersten 13 Mitglieder am gleichen Tag ein und bat das neue Gremium ihm fünf weitere Namen vorzuschlagen.

Seit dieser Zeit verfügt die Svenska Akademien grundsätzlich über 18 Mitglieder, die jeweils auf Lebenszeit in den wissenschaftlichen Rat gewählt werden und lediglich bei schweren Vergehen gegen die Regeln der Schwedischen Akademie ausgeschlossen werden können. Ein Rücktritt aus der Svenska Akademien, die das Motto „Snille och Smak“ (Genie und Geschmack) hat, ist nicht möglich.

Diese Bestimmung auf eine Mitgliedschaft auf Lebenszeit führte bereits zweimal zu Problemen, denn als sich der Rat „De Aderton“ (die Achtzehn), wie sich die Svenska Akademien ebenfalls nennt, nicht einheitlich über das Todesurteil von Salmon Rushdie durch Ajatollah Chomeini aussprechen wollte, weigerten sich drei Mitglieder an zukünftigen Sitzungen teilzunehmen. Und als 2005 Elfriede Jelinek den Nobelpreis für Literatur bekam, dessen Träger die Svenska Akademien auswählt, entschied sich ein weiteres Mitglied nicht mehr an den Sitzungen teilzunehmen.

Die Mitglieder der Svenska Akademien treffen sich jedes Jahr etwa 30 Mal, wobei sie seit 1900 den Nobelpreisträger für Literatur wählen, aber auch jedes Jahr rund 50 Stipendien und literarische Preise vergeben, an einem schwedischen etymologischen Lexikon (Svenska Akademiens Ordbok) arbeiten, dessen letzter Band für 1917 vorgesehen ist, über die Herausgabe von einigen Lehrbüchern und besonderen literarischen Werken entscheiden und letztendlich an der „Svenska Akademiens ordlista över svenska språket“ arbeiten, die mittlerweile über 125.000 Worte verfügt und als Standartwerk der schwedischen Sprache gilt.

Copyright: Herbert Kårlin

lundi 4 avril 2011

Die Hochschulprüfung in Schweden, Zugang zum Studium

Um in Schweden studieren zu können, so kann man natürlich ein Gymnasium oder ein Erwachsenengymnasium besuchen. Allerdings ist es nicht sicher, dass man nach Abschluss des Gymnasiums auch zu einem Studium zugelassen wird, denn auch in Schweden entscheiden Noten, bzw. Punkte, die man vorweisen muss, wenn man eine Hochschule oder eine Universität besuchen will.

Allen Schweden jeden Alters steht jedoch eine weitere Möglichkeit zur Verfügung, die den Zugang zu einer Hochschule (Högskola) oder einer Universität (Universitet) ermöglicht. Jedes Jahr findet landesweit eine sogenannte Högskoleprovet (Hochschulprüfung) statt bei der man selbst schlechte Schulleistungen ausgleichen kann oder trotz der schlechten Wahl eines Fachgymnasiums noch den Sprung zum Studium schaffen kann.

Jedes Jahr beginnen in Schweden etwa ein Drittel der Studenten ihr Studium auf Grund ihrer Högskoleprovet und nicht wegen Schulleistungen. Diese Prüfung steht nicht nur Schweden offen, sondern auch jedem Ausländer, wobei für einige Studien (z.B. Venerinär oder Lehrer) eine gute Högskoleprovet nahezu eine Voraussetzung für einen Studienplatz ist.

Die Anmeldefristen für die Högskoleprovet, die 350 Kronen kostet, sind jeweils am 15. Februar und am 15. September, wobei die Prüfung selbst jeweils an einem Samstag statt findet. Die Prüfungen bestehen aus mehreren Teilen, wobei ab der Herbstprüfung 2011 vor allem Mathematikkenntnisse eine wichtige Rolle spielen wird.

Auster Mathematik wird der Prüfling vor allem in Logik, sowie in Kenntnissen der schwedischen und der englischen Sprache getestet. Das Resultat der Högskoleprovet gilt jeweils für fünf Jahre lang, wobei man die Prüfung mehrmals machen kann und dann die beste der Prüfungen zählt.

Das Prüfungsergebnis wird in einer Skala zwischen 0,0 (schlechtestes Ergebnis) und 2,0 (bestes Ergebnis) angegeben, wobei alle Ergebnisse ab 0,1 automatisch an die schwedischen Hochschulen und das VHS (Verket för högskoleservice) weiter gegeben werden. Die Ergebnisse der Prüfung sind öffentlich und können allgemein eingesehen werden. Ausländer ohne schwedische Personennummer müssen das Ergebnis per Post an das VHS (Verket för högskoleservice) in Stockholm schicken.

Da die Högskoleprovet sehr breit gefächert ist, ist es ziemlich sinnlos sich gezielt auf die Prüfung vorzubereiten. Was gefordert ist, ist ein relativ breites Wissen, das garantiert, dass man ein Studium in Schweden auch schafft. Bevor man sich jedoch zu einer Högskoleprovet anmeldet, sollte man auf Internet zur Verfügung stehende frühere Prüfungen absolvieren und die Seite studera.nu besuchen, die Tipps für die Vorbereitung bietet.

Copyright: Herbert Kårlin

dimanche 3 avril 2011

Vandrarhem, wohnen in schwedischen Jugendherbergen

In Schweden findet man rund 1500 sogenannte Vandrarhem, die jedoch, im Gegensatz zu den deutschen Jugendherbergen, nicht nur für Jugendliche gedacht sind, sondern mehr einfachere Hotellösung darstellen. In den schwedischen Vandrarhem, die man am ehesten als Gästehäuser bezeichnen kann, findet man daher auch Zimmer für zwei Personen oder Räume für eine Familie.

Die Vandrarhem, das schwedische Modell der Jugenherbergen und Gästehäuser, existiert seit 1933, wobei eines der ersten dieser Vandrarhem noch heute erhalten ist, nämlich das Vandrarhem in Skogsby auf Öland, das im Jahre 1934 gegründet wurde, aber mittlerweile selbstverständlich dem heutigen Komfort angepasst wurde.

Da ein Vandrarhem in Schweden nahezu von jeder Person gegründet werden kann und nur etwa ein Drittel der Jugendherbergen in den Verbänden STF (Svenska Turistföreningen) oder SVIF (Sveriges Vandrarhem i Förening) angeschlossen sind, sind die Regeln und der Komfort in den einzelnen Vandrarhem sehr unterschiedlich und reichen von der einfachsten Unterkunft in den Bergen bis zum Designervandrarhem Gärdet in Stockholm. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Preise für Übernachtungen.

In den meisten Vandrarhem entscheidet der Gast, bis zu einem gewissen Grad, welche Leistungen er wünscht und wie viel er für die Unterkunft ausgeben will, da es dem Gast in vielen Fällen frei steht ein eigenes Laken mitzubringen oder eines zu mieten, das Frühstück selbst zuzubereiten oder im Frühstückssaal zu bestellen. Da jedoch jedes Vandrarheim andere Bedingungen hat, ist es sinnvoll, seine Reise und die Unterkunft im voraus zu planen und, vor allem in Juni und Juli, rechtzeitig zu buchen.

Die Preise für eine Übernachtung im Vandrarhem beginnen bei knapp unter 200 Kronen pro Person und liegen daher weit unter den üblichen Hotelpreisen, wobei die meisten der Vandrarhem eine sehr gute Lage haben, egal, ob man eine Stadt, die Natur oder die Berge entdecken will. Entlang der Wanderwege, zum Beispiel dem Kungsleden, befinden sich die Vandrarhem in einem Abstand, der es erlaubt jede Nacht in einem anderen Vandrarhem zu übernachten.

Der STF (Svenska Turistföreningen) bietet Mitgliedern des Vereins bei Übernachtungen in den angeschlossenen Jugendherbergen Vergünstigungen an. Bei einem Aufenthalt von zwei bis drei Wochen kann es daher sinnvoll sein, sich bei Ankunft im ersten Vandrarhem bereits die Mitgliedskarte zu beschaffen, die auch in einigen anderen Ländern anerkannt wird.

Da es leider keine Gesamtliste der schwedischen Vandrarhem gibt, man sich andererseits jedoch rechtzeitig anmelden sollte, ist es sinnvoll vor allem die Seiten des STF (Svenska Turistföreningen) und der SVIF (Sveriges Vandrarhem i Förening) zu besuchen und die Listen zu konsultieren, zumal diese Seiten auch auf Deutsch zur Verfügung stehen und eventuell auch dem Vandrarhemsguiden, den Führer der Jugendherbergen, einen Blick zu gönnen um seine Schweden-Reise auch planen zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

samedi 2 avril 2011

Bilbesiktning, der schwedische TÜV

In Schweden muss ein Auto erstmals drei Jahre nach der Erstzulassung zu einer sogenannten Bilbesiktning, bzw. einer Kontrollbesiktning. Der nächste TÜV ist dann fünf Jahre nach der Erstzulassung fällig und anschließend muss das Auto jedes Jahr zu einer Kontrollbesiktning, die immer auf die gleiche Weise stattfindet, egal, ob man die herkömmlichen Bilprovningen benutzt oder eine der bisher sehr wenigen neu zugelassenen Unternehmen.

Wählt man die Bilprovningen AB, so erhält man etwa sechs Wochen vor dem fälligen nächsten Termin eine Einladung auf der auch eine Zeit vorgeschlagen wird. Wenn man am vorgeschlagenen Tag oder dem vorgeschlagenen Zeitpunkt verhindert ist, so muss man sich mit der Kontrollstelle in Verbindung setzten und einen neuen Termin vereinbaren.

Natürlich kann man auch ohne die Einladung bereits einen Termin per Internet buchen. Will man die von der Prüfstelle vorgeschlagene Zeit nutzen, so muss man die beigefügte Rechnung spätestens am angegebenen Datum bezahlen, da sonst der Termin automatisch annulliert wird. Umbuchungen können per Internet oder aber per Telefon erfolgen. Es ist allerdings relativ sinnlos sich direkt zur Prüfstelle zu begeben um einen Termin zu erhalten. Bei der Buchung per Internet kann man sich auch per Mail oder SMS nochmals rechtzeitig an den Termin erinnern lassen.

Die Bilprovningen AB verfügt über 185 Stationen, die über ganz Schweden verteilt sind, die alle nach den gleichen Kriterien und Richtlinien arbeiten. Die Kontrollbesiktning kostet 300 Kronen. Sollte eine Nachkontrolle nötig werden, so sind weitere 200 Kronen fällig.

Auch wenn 200 Kronen kein Vermögen sind, so sollte man vor der Besichtigung einige einfachere Kontrollen bereits selbst ausführen, zumal jede Anmerkung in der Database der Kontrollstelle erhalten bleibt. Zu dieser persönlichen Kontrolle gehören Lichter, Reifen, Scheibenwischer, Spiegel, Gurte, ob alle Teile im Motorraum fest sitzen und das Überprüfen, ob ein Warndreieck im Auto liegt.

Bei der Ankunft an der Kontrollstelle, findet man einen Automaten an dem man sich anmeldet indem man sein Kennzeichen eingibt. Anschließend wartet man auf dem Parkplatz bis das Kennzeichen über einem Portal aufleuchtet. Erst dann fährt man bis zur Einfahrt und folgt den Anweisungen des Prüfers.

Kann man die gebuchte Zeit nicht einhalten, so muss man spätestens zwei Stunden vorher eine neue Zeit buchen, da sonst auf jeden Fall 50 Prozent der Kosten zu bezahlen sind.

Der Besitzer des Autos kann während der gesamten Bilbesiktningen anwesend sein, was in den meisten Fällen von Vorteil ist, da man auf diese Weise wertvolle Tipps des Technikers erhält, insbesondere was eventuelle Schwachstellen des Fahrzeugs betrifft oder wie man gewisse Teile behandeln oder pflegen sollte.

Als erstes betrachtet der Kontrolleur das Fahrzeug von außen, angefangen von den Kennzeichen bis zu den Fenstern, Lampen und dem Zustand der Karosserie.

Anschließend wirft der Techniker einen Blick in den Motorraum und sieht nach Benzinleitungen und Kabeln, da sowohl undichte Leitungen als auch abgeschabte Kabel ein Risiko darstellen. Auch die Batterie muss fast im Motorraum verankert sein.

Danach betrachtet der Prüfer den Innenraum des Fahrzeugs. Hier werden Kontrollleuchten getestet, die Gurte geprüft, aber auch der Kilometerstand notiert und die Warnhinweise zum Airbag im Auto überprüft.

Der nächste Schritt des Prüfers führt unter das Fahrzeug, also zum Fahrgestell, den Bremsleitungen, Abgassystem und allen Teilen, die man nur von unten betrachten und bewerten kann. Von besonderer Bedeutung ist, dass der Motor fest sitzt, kein Öl leckt und das Getriebe die Räder antreibt ohne eine Gefahr zu verbergen. Das gleiche gilt für die Radaufhängungen und das Steuersystem des Fahrzeugs.

Eine intensive Prüfung betrifft das Bremssystem des Fahrzeugs, wobei dieser Test jedem anderen in Europa gleicht. Ein Unterschied kann sein, dass ein schwedischer Prüfer auch den Abstand des Bremspedals zur Karosserie testet und nicht nur das Bremssystem als solches.

Anschließend bricht der Prüfer zu einer Probefahrt auf bei der der Halter des Fahrzeugs ebenfalls, als Beifahrer, anwesend sein kann. Bei dieser Probefahrt werden Scheibenwischer feucht und trocken getestet, die Hupe, und alle anderen Einrichtungen des Fahrzeugs, die bei einer normalen Fahrt von Bedeutung sein können. Als Beifahrer kann man hier jede Frage stellen, die die Prüfer auch gerne und ausführlich beantworten.

Nach der Probefahrt bleiben nur noch die Kontrollen des Abgassystems, da die gemessenen Werte nicht schlechter sein dürfen als sie vom schwedischen Straßenverkehrsamt vorgegeben sind. Wie in allen Ländern, weichen hier die Test für Benzin- und Dieselfahrzeuge etwas voneinander ab.

Falls man die Kosten nicht im Voraus bezahlt hat, so wird man nun zur Kasse gebeten, bevor man den ausführlichen Testbericht ausgehändigt bekommt. Wie überall, so kann man nun entweder ein weiteres Jahr beruhigt weiterfahren, oder aber der Prüfer hat Fehler festgestellt, die dann beseitigt werden müssen. Dies bedeutet, dass man mit dem Fahrzeug nur noch die notwendigsten Strecken zurücklegen darf, also nach Hause und zur Werkstatt. In diesem Fall muss das Fahrzeug entweder innerhalb von vier Wochen erneut vorgeführt werden, oder aber bei einer Swedac-Werkstatt repariert werden. Diese Werkstätten haben das Recht die Nachkontrolle bei der Reparatur zu bestätigen und teilen dies der Bilprovningen mit.

Copyright: Herbert Kårlin

vendredi 1 avril 2011

Rentierfleisch, eine Delikatesse aus Nordschweden

Seit Jahrhunderten ernähren sich Samen überwiegend aus Rentierfleisch und Fisch, wobei sich im Laufe der Jahrhunderte für viele Samen die Wohnsituation änderte, Motorschlitten allgegenwärtig werden und das Renfleisch auf immer modernere Weise und teilweise auch industriell verarbeitet wird. Ein Teil der Arbeit und einige Rezepte wurden jedoch von Generation zu Generation übernommen.

Am 26. April 1986 veränderte der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl jedoch vieles für die Besitzer der Rentiere, da die Bestrahlung der Rene den Genuss und den Verkauf von Fleisch nahezu unmöglich machte. Während der ersten Jahre erhielten die Halter der Rentiere hunderte von Millionen Kronen an Schadenersatz, bis nach zehn Jahren nur noch Cäsium-137 eine bedeutende Rolle spielte und Rentierfleisch erneut angeboten wurde, zu Beginn jedoch nur unter der Voraussetzung, dass der Gehalt von Cäsium-137 unter 300 Bq pro Kilogramm lag, dem Richtwert für schwedische Lebensmittel.

Da sich Cäsium in Flechten sammelt, der Hauptnahrung der Rene, und Cäesium-137 eine Halbwertzeit von 30 Jahren hat, müssen noch heute Rentiere vernichtet werden, da die gemessenen Werte zu hoch sind. Allerdings gelten für Rene, Wild, Pilze und Beeren in Schweden schon lange nicht mehr die Grenzwerte für Lebensmittel von 300 Bq/kg, sondern wurden aus politischen und wirtschaftlichen Gründen auf 1500 Bq pro Kilogramm erhöht, was weit über dem europäischen Durchschnittswert liegt.

Die Diskussion über mögliche gesundheitliche Schäden durch den Genuss von Rentierfleisch setzt indes fort, auch wenn man in Mittel- und Nordschweden kein Ansteigen an Krebs feststellen konnte und Personen, die sich überwiegend von Renfleisch ernähren, nicht anfälliger sind als andere Schweden. Aber die Angst vor eventuellen radioaktiven Niederschlägen aus dem japanischen Fukushima lässt so manchen Rentierhalter zittern, denn die Werte an Cäsium-137 sind auch ohne Fukushima noch bei einem Teil der Rentiere zu hoch als das sie zu Fleisch verarbeitet werden dürfen.

Rentierfleisch hat sich in Schweden erst ab Ende der 90er Jahre durchgesetzt und wird seit zehn Jahren auch von einer steigenden Anzahl an Touristen geschätzt, die in Nordschweden erstmals die Feinheit und den Geschmack von Rentierfleisch oder auch das samische Kebab (Suovas in Pitabröd) kosteten. Nur 25 Jahre nach Tschernobyl ist der Markt mit Rentierfleisch vor eine neue Prüfung gestellt.

Copyright: Herbert Kårlin