samedi 2 avril 2011

Bilbesiktning, der schwedische TÜV

In Schweden muss ein Auto erstmals drei Jahre nach der Erstzulassung zu einer sogenannten Bilbesiktning, bzw. einer Kontrollbesiktning. Der nächste TÜV ist dann fünf Jahre nach der Erstzulassung fällig und anschließend muss das Auto jedes Jahr zu einer Kontrollbesiktning, die immer auf die gleiche Weise stattfindet, egal, ob man die herkömmlichen Bilprovningen benutzt oder eine der bisher sehr wenigen neu zugelassenen Unternehmen.

Wählt man die Bilprovningen AB, so erhält man etwa sechs Wochen vor dem fälligen nächsten Termin eine Einladung auf der auch eine Zeit vorgeschlagen wird. Wenn man am vorgeschlagenen Tag oder dem vorgeschlagenen Zeitpunkt verhindert ist, so muss man sich mit der Kontrollstelle in Verbindung setzten und einen neuen Termin vereinbaren.

Natürlich kann man auch ohne die Einladung bereits einen Termin per Internet buchen. Will man die von der Prüfstelle vorgeschlagene Zeit nutzen, so muss man die beigefügte Rechnung spätestens am angegebenen Datum bezahlen, da sonst der Termin automatisch annulliert wird. Umbuchungen können per Internet oder aber per Telefon erfolgen. Es ist allerdings relativ sinnlos sich direkt zur Prüfstelle zu begeben um einen Termin zu erhalten. Bei der Buchung per Internet kann man sich auch per Mail oder SMS nochmals rechtzeitig an den Termin erinnern lassen.

Die Bilprovningen AB verfügt über 185 Stationen, die über ganz Schweden verteilt sind, die alle nach den gleichen Kriterien und Richtlinien arbeiten. Die Kontrollbesiktning kostet 300 Kronen. Sollte eine Nachkontrolle nötig werden, so sind weitere 200 Kronen fällig.

Auch wenn 200 Kronen kein Vermögen sind, so sollte man vor der Besichtigung einige einfachere Kontrollen bereits selbst ausführen, zumal jede Anmerkung in der Database der Kontrollstelle erhalten bleibt. Zu dieser persönlichen Kontrolle gehören Lichter, Reifen, Scheibenwischer, Spiegel, Gurte, ob alle Teile im Motorraum fest sitzen und das Überprüfen, ob ein Warndreieck im Auto liegt.

Bei der Ankunft an der Kontrollstelle, findet man einen Automaten an dem man sich anmeldet indem man sein Kennzeichen eingibt. Anschließend wartet man auf dem Parkplatz bis das Kennzeichen über einem Portal aufleuchtet. Erst dann fährt man bis zur Einfahrt und folgt den Anweisungen des Prüfers.

Kann man die gebuchte Zeit nicht einhalten, so muss man spätestens zwei Stunden vorher eine neue Zeit buchen, da sonst auf jeden Fall 50 Prozent der Kosten zu bezahlen sind.

Der Besitzer des Autos kann während der gesamten Bilbesiktningen anwesend sein, was in den meisten Fällen von Vorteil ist, da man auf diese Weise wertvolle Tipps des Technikers erhält, insbesondere was eventuelle Schwachstellen des Fahrzeugs betrifft oder wie man gewisse Teile behandeln oder pflegen sollte.

Als erstes betrachtet der Kontrolleur das Fahrzeug von außen, angefangen von den Kennzeichen bis zu den Fenstern, Lampen und dem Zustand der Karosserie.

Anschließend wirft der Techniker einen Blick in den Motorraum und sieht nach Benzinleitungen und Kabeln, da sowohl undichte Leitungen als auch abgeschabte Kabel ein Risiko darstellen. Auch die Batterie muss fast im Motorraum verankert sein.

Danach betrachtet der Prüfer den Innenraum des Fahrzeugs. Hier werden Kontrollleuchten getestet, die Gurte geprüft, aber auch der Kilometerstand notiert und die Warnhinweise zum Airbag im Auto überprüft.

Der nächste Schritt des Prüfers führt unter das Fahrzeug, also zum Fahrgestell, den Bremsleitungen, Abgassystem und allen Teilen, die man nur von unten betrachten und bewerten kann. Von besonderer Bedeutung ist, dass der Motor fest sitzt, kein Öl leckt und das Getriebe die Räder antreibt ohne eine Gefahr zu verbergen. Das gleiche gilt für die Radaufhängungen und das Steuersystem des Fahrzeugs.

Eine intensive Prüfung betrifft das Bremssystem des Fahrzeugs, wobei dieser Test jedem anderen in Europa gleicht. Ein Unterschied kann sein, dass ein schwedischer Prüfer auch den Abstand des Bremspedals zur Karosserie testet und nicht nur das Bremssystem als solches.

Anschließend bricht der Prüfer zu einer Probefahrt auf bei der der Halter des Fahrzeugs ebenfalls, als Beifahrer, anwesend sein kann. Bei dieser Probefahrt werden Scheibenwischer feucht und trocken getestet, die Hupe, und alle anderen Einrichtungen des Fahrzeugs, die bei einer normalen Fahrt von Bedeutung sein können. Als Beifahrer kann man hier jede Frage stellen, die die Prüfer auch gerne und ausführlich beantworten.

Nach der Probefahrt bleiben nur noch die Kontrollen des Abgassystems, da die gemessenen Werte nicht schlechter sein dürfen als sie vom schwedischen Straßenverkehrsamt vorgegeben sind. Wie in allen Ländern, weichen hier die Test für Benzin- und Dieselfahrzeuge etwas voneinander ab.

Falls man die Kosten nicht im Voraus bezahlt hat, so wird man nun zur Kasse gebeten, bevor man den ausführlichen Testbericht ausgehändigt bekommt. Wie überall, so kann man nun entweder ein weiteres Jahr beruhigt weiterfahren, oder aber der Prüfer hat Fehler festgestellt, die dann beseitigt werden müssen. Dies bedeutet, dass man mit dem Fahrzeug nur noch die notwendigsten Strecken zurücklegen darf, also nach Hause und zur Werkstatt. In diesem Fall muss das Fahrzeug entweder innerhalb von vier Wochen erneut vorgeführt werden, oder aber bei einer Swedac-Werkstatt repariert werden. Diese Werkstätten haben das Recht die Nachkontrolle bei der Reparatur zu bestätigen und teilen dies der Bilprovningen mit.

Copyright: Herbert Kårlin

vendredi 1 avril 2011

Rentierfleisch, eine Delikatesse aus Nordschweden

Seit Jahrhunderten ernähren sich Samen überwiegend aus Rentierfleisch und Fisch, wobei sich im Laufe der Jahrhunderte für viele Samen die Wohnsituation änderte, Motorschlitten allgegenwärtig werden und das Renfleisch auf immer modernere Weise und teilweise auch industriell verarbeitet wird. Ein Teil der Arbeit und einige Rezepte wurden jedoch von Generation zu Generation übernommen.

Am 26. April 1986 veränderte der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl jedoch vieles für die Besitzer der Rentiere, da die Bestrahlung der Rene den Genuss und den Verkauf von Fleisch nahezu unmöglich machte. Während der ersten Jahre erhielten die Halter der Rentiere hunderte von Millionen Kronen an Schadenersatz, bis nach zehn Jahren nur noch Cäsium-137 eine bedeutende Rolle spielte und Rentierfleisch erneut angeboten wurde, zu Beginn jedoch nur unter der Voraussetzung, dass der Gehalt von Cäsium-137 unter 300 Bq pro Kilogramm lag, dem Richtwert für schwedische Lebensmittel.

Da sich Cäsium in Flechten sammelt, der Hauptnahrung der Rene, und Cäesium-137 eine Halbwertzeit von 30 Jahren hat, müssen noch heute Rentiere vernichtet werden, da die gemessenen Werte zu hoch sind. Allerdings gelten für Rene, Wild, Pilze und Beeren in Schweden schon lange nicht mehr die Grenzwerte für Lebensmittel von 300 Bq/kg, sondern wurden aus politischen und wirtschaftlichen Gründen auf 1500 Bq pro Kilogramm erhöht, was weit über dem europäischen Durchschnittswert liegt.

Die Diskussion über mögliche gesundheitliche Schäden durch den Genuss von Rentierfleisch setzt indes fort, auch wenn man in Mittel- und Nordschweden kein Ansteigen an Krebs feststellen konnte und Personen, die sich überwiegend von Renfleisch ernähren, nicht anfälliger sind als andere Schweden. Aber die Angst vor eventuellen radioaktiven Niederschlägen aus dem japanischen Fukushima lässt so manchen Rentierhalter zittern, denn die Werte an Cäsium-137 sind auch ohne Fukushima noch bei einem Teil der Rentiere zu hoch als das sie zu Fleisch verarbeitet werden dürfen.

Rentierfleisch hat sich in Schweden erst ab Ende der 90er Jahre durchgesetzt und wird seit zehn Jahren auch von einer steigenden Anzahl an Touristen geschätzt, die in Nordschweden erstmals die Feinheit und den Geschmack von Rentierfleisch oder auch das samische Kebab (Suovas in Pitabröd) kosteten. Nur 25 Jahre nach Tschernobyl ist der Markt mit Rentierfleisch vor eine neue Prüfung gestellt.

Copyright: Herbert Kårlin

jeudi 31 mars 2011

Campen und Campingplätze in Schweden

Campingplatz und Stugby

Die schwedischen Campingplätze zählen jedes Jahr nahezu 15 Millionen Übernachtungen, wobei Deutschland, nach Schweden und Norwegen, mit über 700.000 Übernachtungen im Jahr die dritte Stelle einnimmt, ohne dass hierbei jedoch Übernachtungen im Zelt außerhalb der offiziellen Campingplätze gerechnet sind.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass man sich zur Hochsaison oder zu besonderen Ereignissen rechtzeitig vorher anmelden muss, auch im hohen Norden des Landes. Nahezu alle Campingplätze Schwedens bieten nicht nur Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte an, sondern meist auch Stugor, die bisweilen über einen relativ hohen Komfort verfügen. Ein Katalog mit allen Campingplätzen, die im schwedischen Campingclub vertreten sind kann über Göteborg online angefordert werden.

Da die Mehrheit der schwedischen Campingplätze dem SCR (Sveriges Campingföretagares Riksförbund) angeschlossen sind, ist es sinnvoll sich die CCS-kort, die Camping Card Scandinavia, zu beschaffen, da diese Karte von allen dem SCR angeschlossenen Zeltplätzen gefordert wird. Die Karte kann sowohl über Internet als auch bei Ankunft am Campingplatz erworben werden und gilt jeweils für ein Kalenderjahr.

Seit 2009 ist die Qualität eines schwedischen Campingplatzes nicht nur an bis zu fünf Sternen zu erkennen, sondern auch an einer farbigen Einstufung, die Auskunft über Hygiene, Service, Freizeitanlagen, Umweltbedingungen und angebotenen Aktivitäten erteilt. Alle dem SCR angeschlossen Plätze mit gutem Niveau haben diese Markierung deutlich sichtbar am Eingang des Campingplatzes angebracht.

Zelten in der Natur

Wer in der freien Natur zelten will, muss sich an die Regeln des Allemansrätten (Jedermannsrecht) halten, was bedeutet, dass Motorfahrzeuge jeder Art und Wohnwagen ohne ausdrückliche Genehmigung des Besitzers nicht geparkt werden dürfen oder auf entsprechend markierten Parkplätzen stehen müssen, auch wenn es sich nur um eine Nacht handelt.

Da das Allemansrätt die Natur schützt und dem Menschen daher nur ein Nutzungsrecht bietet, ist zu beachten, dass ein Zelt nur außer Sichtweite von Häusern und in der Regel nur 24 Stunden lang an der gleichen Stelle aufgestellt werden darf. In besonderen Fällen werden auch 48 Stunden toleriert. Wer sein Zelt länger an der gleichen Stelle aufstellen will, muss die Genehmigung des Grundbesitzers einholen.

In Nationalparks, Naturschutzgebieten und anderen zu schützenden Gebieten gilt das Jedermannsrecht nicht, was bedeutet, dass man dort auch nur an den dafür ausgezeichneten Stellen sein Zelt aufstellen darf. Meist sind die Grenzen der Schutzgebiete an weißen Bändern oder einem sechseckigen Stern zu erkennen. Allerdings gibt es hierfür keine einheitlichen Regeln, so dass die Abwesenheit einer Markierung nicht automatisch bedeutet, dass man in einem Naturschutzgebiet zelten darf.

Copyright: Herbert Kårlin

mercredi 30 mars 2011

Kernkraft in Schweden

Obwohl Schweden reich an Wasser ist und über viel Wind verfügt, liefern die zehn Kernkraftwerke des Landes etwa 50 Prozent des verbrauchten Stroms, weitaus mehr also als in den meisten europäischen Ländern. Die Ursachen dieses hohen Anteils sind auf mehreren Niveaus zu suchen.

Zum einen wird die Entwicklung alternativen Energien in Schweden durch Gesetze stark gebremst, zum anderen aber verbrauchen schwedische Haushalte weitaus mehr Strom als die meisten europäischen Länder. Ein schwedischer Haushalt liegt mit rund 16.000 KWh im Jahr an der europäischen Spitze und verbraucht daher über doppelt soviel Strom wie ein Durchschnittshaushalt Europas.

Während die Leistungsfähigkeit der schwedischen Kernkraftwerke die letzten Jahre meist das Schlusslicht Europas ausmachte, planen die Betreiber der Kraftwerke nun selbst die bisherigen Maximalleistungen zu übertreffen, um weltweit die leistungsfähigsten Kernkraftwerke zu bieten.

Dabei sollte nach der Volksumfrage von 1980 das letzte Kernkraftwerk Schwedens bereits im Jahre 2010 vom Netz genommen werden, wenn nicht die Regierung den Volksentscheid außer Kraft gesetzt hätte und sich für die Erhaltung und den Ausbau der zur Zeit bestehenden Kernkraftwerke entschieden hätte. Aber auch nach dem Unglück im japanischen Fukushima und einem ähnlichen Versagen der Generatoren in Forsmark im Jahre 2006 hat die Mehrheit der schwedischen Bevölkerung nach wie vor Vertrauen in die Sicherheit der zehn Reaktoren des Landes.

Heute sind die zehn Kernreaktoren auf drei Standorte an der Küste verteilt. Die drei Kernreaktoren von Forsmark im Uppland wurden 1980, 1981 und 1985 an das schwedische Stromnetz angeschlossen und liefern, nach der letzten Aufrüstung, 3157 MW. Der Haupteigner von Forsmark ist die Vattenfall AB. Die drei Reaktoren in Oskarshamn im Småland arbeiten seit 1972, 1975 und 1985 und liefern 2569 MW Strom. Diese drei Reaktoren gehören, unter anderem, E.ON und Fortum, wobei sich in Oskarshamn auch das aktuelle Zwischenlager Schwedens befindet. Die vier Reaktoren in Ringhals bei Varberg in Halland wurden 1975, 1976, 1981 und 1983 in Betrieb genommen und leifern 3701 MW, wobei diese Reaktoren überwiegend Vattenfall AB und E.On gehören.

Die jüngsten schwedischen Reaktoren sind daher mittlerweile 26 Jahre alt und sollen, nach Aufrüstung, für eine nicht weiter bestimmte Zeit produzieren. Sollte eines der Kernkraftwerke stillgelegt werden, so dürfen die Betreiber ein neues Kraftwerk bauen.

Um im Parlament diese Entscheidung zu erreichen, sagte die Regierung zu, dass bei eventuellen Unfällen die Betreiber der Kernkraftwerke in Anspruch genommen werden, was sich hinterher als Lüge herausstellte, da eine entsprechende Entscheidung nur auf Europaebene getroffen werden kann. Sollte daher ein größeres Unglück in einem der Kernkraftwerke eintreten, so muss der schwedische Steuerzahler nach wie vor für alle Schäden aufkommen.

Als Endlager für den radioaktiven Abfall wollen die Betreiber der schwedischen Kernreaktoren auf das Urgestein zurückgreifen, wobei sie 2011 bei der Regierung einen Antrag auf die Endlagerung bei Forsmark einreichten, eine Lösung, die Wissenschaftler als äußerst gefährlich betrachten, da die Kupferbehälter in der geplanten Tiefe, unter schlechtesten Voraussetzungen bereits nach 100 Jahren lecken könnten.

Copyright: Herbert Kårlin

Eine kurze Geschichte der schwedischen Kernenergie findet man im SchwedenForum.

mardi 29 mars 2011

Steuern und Abgaben eines Einzelunternehmens in Schweden

Ein Unternehmer, der in Schweden eine Enskild Firma (Einzelunternehmen) besitzt, bezahlt auf seinen Gewinn soziale Abgaben, kommunale Steuern und staatliche Steuern.

Der Bruttogewinn sind die Einnahmen (ohne Moms, Mehrwertsteuer) abzüglich der Ausgaben (ohne Moms), wobei jedoch nicht auf diese Gesamtsumme Steuern zu zahlen sind, denn von diesem Bruttegewinn dürfen noch 25 Prozent abgesetzt werden, um an die Summe des Überschusses (Verksamgetens Överskott) zu gelangen. Hiervon gehen dann, für die endgültige Steuerberechnung, nochmals bis zu maximal 10 Prozent ab, dem sogenannten Grundavdrag. Die genaue Höhe dieses Abzugs hängt jedoch von Gewinn ab.

Die sozialen Abgaben werden, im Gegensatz zu den Steuern, vom Überschuss berechnet und liegen bei 28,97 Prozent. Zu dieser Summe können, auf freiwilliger Basis, die Kosten für eine A-Kassan kommen, deren Höhe von der entsprechenden Versicherungsgesellschaft abhängen.

Auf die reduzierte Summe (nach Grundavdrag), die als Steuergrundlage dient, muss dann die Kommunalsteuer (Kommunalskatt) bezahlt werden, der von den einzelnen Gemeinden abhängig ist und im Durchschnitt bei 31 Prozent liegt.

Liegt der zu versteuernde Gewinn bei über 384.600 Kronen, so werden zusätzlich 20 Prozent Staatssteuern (Statsskatt) fällig. Übersteigt der jährliche Gewinn 545.200 Kronen, so erhöht sich diese Steuer auf 25 Prozent.

Nach Angaben des schwedischen Finanzamts sollte man ab einem Bruttojahresgewinn von etwa 600.000 Kronen mit Abgaben und Steuern von rund 50 Prozent rechnen, die logischer Weise auch in die Preispolitik des Unternehmens eingehen müssen. Bereits bei einem Bruttogewinn von über 750.000 Kronen im Jahr übersteigen die Abgaben jedoch 50 Prozent! Mit anderen Worten: Wer monatlich 31.250 Kronen verdienen will, muss einen Bruttogewinn von 62.500 Kronen im Monat erwirtschaften, also täglich über 2000 Kronen, Sonntage eingerechnet. Bereits bei einem Jahresbruttogewinn von 10.000 Kronen sind jedoch 2000 Kronen an Abgaben zu bezahlen und bei 120.000 Kronen Bruttogewinn werden es 46.000 Kronen, was bedeutet, dass man monatlich gerade einmal rund 6000 Kronen netto verdient hat, was mit Sicherheit nicht zum Leben ausreicht.

Copyright: Herbert Kårlin

lundi 28 mars 2011

Sportfischen in Schweden

Auch wenn das Sportfischen in Schweden nicht unter das sogenannte Allemansrätt fällt, so finden Sportfischer aller Länder in Schweden eine große Freiheit. Seit 1985 das Recht für Freizeitfischer geändert wurde, dürfen alle Fischer, egal aus welchem Land sie kommen, mit Handgeräten entlang der schwedischen Küste, am Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön im Jämtland angeln. Ausgenommen sind lediglich gekennzeichnete Schutzgebiete und dass sich der Angler mit maximal zehn Haken an einer Leine begnügen muss. Um sich über andere Ausnahmen und Schutzgebiete zu informieren, ist es sinnvoll, dass sich jeder Sportfischer beim Länsstyrelse über seine Rechte informiert.

Für alle anderen Gewässer benötigt man in Schweden eine Fischereikarte. Meist kann ein Anwohner des entsprechenden Gewässers bei der Suche nach der für die Fischereikarte zuständigen Stelle helfen. Informationen über schwedische Fischgewässer findet man auch auf der Website der schwedischen Sportfischer, wo man auch vom Ausland aus die meisten Fischereikarten erwerben kann.

Natürlich darf man in keinem schwedischen Gewässer geschützte Fische fangen. Unter den geschützten Fischarten findet man, unter anderem, das Meerneunauge, Maifisch, Finte, Coregus tryboni, Peledmaräne, Moderlieschen, Ziege (Siechling), Flusswels und an den meisten Wassern auch Aal.

Auch während der Laichzeiten darf in Schweden nicht geangelt werden. Die entsprechenden Zeiten können sowohl bei den schwedischen Sportfischern, dem Länsstyrelse und den Fremdenverkehrsämtern erfragt werden.

Was die Größe der Fische, die gefangen werden dürfen, betrifft, so gelten auch in Schweden die für Europa einheitlichen Masse für jede Fischart. Ein Sportfischer muss sich daher auch in Schweden an die allgemein zugelassenen Masse halten.

An der schwedischen Küste reicht das allgemeine Wasser für Sportfischer bis zu 300 Meter von der Küste. Dies betrifft auch die Schären, insoweit die entsprechende Insel mindestens 100 Meter lang ist.

Für Vänern, Vättern und das Lachsfischen in den Flüssen Nordschwedens gelten Fanggrenzen, die exakt eingehalten werden müssen. Auch in diesen Fragen kann man sich an die schwedischen Sportfischer, das Länsstyrelse oder das Fremdenverkehrsamt wenden. Entsprechende Quoten gibt es auch für Garnelen, Hummer und andere Meerestiere, die an den schwedischen Küsten gefangen werden.

Copyright: Herbert Kårlin

dimanche 27 mars 2011

Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) in Schweden

Auch wenn man immer von einem Recht reden, wenn man vom Jedermannsrecht oder Allemansrätten spricht, so handelt es sich hierbei nicht um ein tatsächliches Gesetz oder eine Sammlung von Gesetzen, sondern bezeichnet das Recht aller, sich in der Natur frei aufhalten und bewegen zu dürfen, unter der Voraussetzung, dass sie sich an alle Gesetze des Landes halten.

Das Allemansrätt besteht daher aus Rechten und Plichten, die von sehr vielen anderen Gesetzen begrenzt sind. So kann man vereinfacht sagen, dass das Allemansrätt vor allem für Fußgänger gilt, die die Rechte aller anderen respektieren, die Natur unverändert zurücklassen und keinerlei Schaden anrichten.

Das Allemansrätt (Jedermannsrecht) gilt daher weder für Fischfang, noch für Jagd oder den Verkehr von Motorfahrzeugen jeder Art. Fahrzeuge müssen sich an sämtliche Straßenverkehrsgesetze halten und dürfen daher nicht außerhalb von zulässigen Parkplätzen abgestellt werden. Dies gilt insbesondere auch für Wohnwagen und Wohnmobile.

Das Allemansrätt oder Jedermannsrecht gilt ebensowenig in Nationalparks, Naturschutzgebieten oder Schutzzonen zu Land oder zu Wasser. Besucher müssen sich hier an die die vorgeschriebenen Wege und Zeltplätze halten und können sich bei Wanderungen oder Übernachtungen nicht auf das Jedermannsrecht berufen.

Jedermannsrecht heißt in Schweden auch, den Besitz anderer zu respektieren und daher einen Abstand von mindestens 60 Meter von bewohnten Gebäuden zu halten und nicht in Sichtweite dieser Gebäude zu zelten, da alles andere als Hausfriedensbruch gewertet werden kann.

Wer sich in der schwedischen Natur frei bewegt, darf natürlich auch Beeren und nicht geschützte Blumen pflücken. Aber bereits größere Steine zu entfernen, eine einzige Pflanze auszugraben oder Äste abzubrechen ist verboten und selbst Moos darf nicht entfernt werden. Da in Schweden teilweise in jedem Län andere Blumen geschützt sein können, sollte man sich über geschützte Arten informieren, selbst wenn man nur einen Strauss Blumen pflücken will. Lagerfeuer sind, außer an dafür vorgesehenen Stellen, in der Natur Schwedens ebenfalls verboten.

Da Tiere nicht gestört werden dürfen und die Natur keinerlei Schaden erleiden darf, ergibt sich auch, dass ein Zelt in der Regel nur 24 Stunden am gleichen Platz stehen darf, dafür keinerlei Gräben ausgehoben werden dürfen und man in der Nähe von Gewässern die Natur nicht als öffentliche Toilette betrachten darf. Selbstverständlich darf auch keinerlei Abfall in der Natur hinterlassen werden.

Bei Gruppen und organisierten Aufenthalten in der Natur kann das Allemansrätt oder Jedermannsrecht in vielen Fällen ebenfalls nicht angewendet werden, da beim Aufenthalt von Gruppen die Natur nur in den seltensten Fällen unbeschadet bleibt, obwohl sich die Einzelperson an die schwedischen Gesetze hält.

Juristische Probleme können auch entstehen, wenn sich Radfahrer (vor allem mit Mountainbikes), Skifahrer und Reiter auf das Allemansrätt berufen, da bei diesen Aktivitäten die Natur erheblich beeinträchtigt werden kann und teilweise Gesetze die Freiheit des Einzelnen einschränken.

Ein weiteres Problem können auch Hunde in der Natur sein, da das Tierleben geschützt werden muss. Es ist daher angeraten, Hunde in der Natur immer an der Leine zu haben, was zwischen dem 1. März und 20. August auch eine Pflicht ist. Freilaufende Hunde dürfen in der schwedischen Natur können als Gefahr betrachtet werden und daher erschossen werden.

Reisegruppen, die sich in der Natur Schwedens aufhalten wollen, können sich ebenfalls nicht grundsätzlich auf das Jedermannsrecht berufen, sondern sollten sich grundsätzlich eine Genehmigung des Länsstyrelse der entsprechenden Region einholen und, unter Umständen, die Besitzer der betroffenen Gebiete um eine Genehmigung bitten.

Copyright: Herbert Kårlin